Gruppenausfahrten mit dem Fahrrad – das sollte man unbedingt wissen

Gruppenausfahrten Rennrad

Radfahren macht auch in der Gruppe Spaß! Gerade am Wochenende sieht man häufig größere Radfahrgruppen auf den Straßen und im Umland. Familien sind ebenso unterwegs wie Rennradfahrer, die oftmals mit einer Vielzahl von Sportlern anzutreffen sind. Damit die gemeinsame Tour auch wirklich Spaß macht, sollten einige Dinge beachtet werden, die als Solo-Fahrer sonst nicht relevant sind.

Bereits vorher gut mit den Teilnehmern kommunizieren

Bevor man als Gruppe losfährt, sollte man kurz ein paar wichtige Regeln besprechen, um die Ausfahrt möglichst sicher für alle Teilnehmenden zu gestalten. Eine gute Kommunikation im Vorfeld zahlt sich später auf der Strecke aus und bringt entsprechend mehr Fahrspaß für alle. Wichtig ist hier, dass während der Fahrt insbesondere auf Gefahren hingewiesen wird. So gibt es allgemein gültige Handzeichen für straßenbedingte Ereignisse wie: Hindernisse auf der eigenen Spur (z. B. parkende Autos), unebener oder kaputter Straßenbelag (z. B. Schlaglöcher), Gullideckel mit Schlitzen, Pöller (oder ähnliche Hindernisse), Schienen oder Gegenverkehr.

Immer die Fahrtrichtung anzeigen

Für die Fahrt als solche sollten die Handzeichen für einen Stopp (Handheben), langsamer fahren und das Anzeigen der Fahrtrichtung besprochen werden. Fährt die Gruppe auf einen Kreisverkehr zu, wird auch dieser mit der Zeichnung eines Kreises in der Luft und der anschließenden Fahrtrichtung angezeigt.

Von vorn bis nach ganz hinten Hinweise durchgeben

Alle Zeichen sollten vom vordersten Fahrer angezeigt und dann durch die Gruppe hinweg bis nach hinten durchgegeben werden. Wichtig ist hier, dass die Hände selbstverständlich dann nicht vom Lenker genommen werden sollten, wenn dies in diesem Moment die eigene Fahrt gefährden würde. Zusätzlich, und in diesem Falle ersatzweise, sollten die Ereignisse verbal kommuniziert werden (z. B. „Achtung, Pöller!“ oder „gegen!“)

Kompakte Fahrweise für Gruppenausfahrten üben

Bei einer Gruppenausfahrt können alle Fahrer von einer kompakten Fahrweise profitieren. Von vorn nach hinten erhöht sich der Vorteil des Windschattenfahrens bis zum letzten Fahrer. Dabei sollte man, leicht versetzt, möglichst nah am Vordermann fahren. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass auch das geübt werden und der Abstand zunächst nicht zu knapp sein sollte. Gerade wer das erste Mal in der Gruppe fährt, kann manchmal von Ausweich- oder Bremsmanövern überrascht werden. Man sollte sich also bei Gruppenausfahrten ein wenig kennenlernen und sich dann nach und nach auch mehr zutrauen. Hier wird auch deutlich, warum die oben genannten Zeichen auch wirklich bis zum letzten Fahrer durchgegeben werden sollten.

Das Tempo bei Gruppenfahrten im Auge behalten

Während der Vordermann die Gruppe führt und das Tempo bestimmt, kann der Schlussfahrer auf die Gruppendynamik und eventuell entstehende Lücken reagieren. Das verbale Signal „kürzer“ soll dem führenden Fahrer signalisieren, dass er langsamer fahren soll, um diese Lücken zu schließen. „Kürzer“ bedeutet in diesem Fall „kompakter“ und wird ebenso von hinten nach vorn durchgegeben.

Mythos nebeneinander fahren?

Die Straßenverkehrsordnung erlaubt das Nebeneinanderfahren ausdrücklich dann, wenn diese Fahrweise den restlichen Verkehr nicht beeinträchtigt. Entsprechend ist dies in einer Zweierreihe dort sinnvoll und zulässig, wo es möglich ist. Für eine kompakte Fahrweise, und auch aus sozialen Aspekten, ist das sinnvoll und auch offiziell erlaubt. Der führende Fahrer sollte allerdings ebenso ansagen, wenn es so eng wird (z. B. aufgrund von Gegenverkehr), dass man sich wieder in einer Einerreihe gruppiert. Hier wird der Zeigefinger nach oben gehalten und das Signal „Einer!“ bis nach hinten durchgegeben.

Im Verband fahren

Selbstverständlich müssen sich alle Fahrer einer Gruppe auch an die geltenden Verkehrsregeln halten. Es gibt jedoch eine Ausnahmeregelung für Gruppen ab 15 Personen. Diese gilt als „Verband“ und darf geschlossen Kreuzungen überqueren oder an einer Ampel, die bei grün befahren wurde, auch mit den weiteren Fahrern noch bei rot weiterfahren. Voraussetzung hierfür
ist, dass die Gruppe wirklich kompakt fährt und auch so von den anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen wird.

Gruppenfahrten: Gute Kommunikation – tolle Ausfahrt

Wenn man sich gut abspricht und diese wichtigen Regeln vorher kommuniziert und auch umsetzt, dann sind Gruppenausfahrten eine tolle Form des Radfahrens. Sportlich bieten sie Motivation und auch eine bessere Dynamik. Darüber hinaus bieten sie einen hohen sozialen Faktor, der durch entsprechende Kaffeestopps, geteilte Motivation oder Austausch über das Radfahren, Equipment, die Strecke oder gegenseitigen Support ermöglicht wird.

Wichtigster Punkt ist hier, dass eine gute Kommunikation bereits im Vorfeld stattfindet, auch wenn die Regeln jedem erst einmal logisch erscheinen. Während der Fahrt wird Vieles dann doch oftmals vergessen und auch unterschiedliche Fahrlevel wirken sich auf die gemeinsame Tour aus. Mit nur wenigen, aber wichtigen Absprachen wird die Ausfahrt für alle ein tolles und sicheres Erlebnis.

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Über den Autor Fahrradmagazin
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